CoExist: Überwachung umweltbedingter Transhumanz Muster und Bewertung des Risikos der Bevölkerungsvertreibung

New publication on biodiversity loss on tropical islands
Oktober 19, 2021
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Februar 10, 2022

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    Since the 1960s, the cattle herd of the Amazon Basin has increased from 5 million to more than 70-80 million heads. Around 15% of the Amazon forest has been replaced and around 80% of the deforested areas have been covered by pastures.

    CoExist: Überwachung umweltbedingter Transhumanz Muster und Bewertung des Risikos der Bevölkerungsvertreibung

    Einleitung

    RSS das Projekt CoExist in Zusammenarbeit mit der Internationalen Organisation für Migration (DLR), das vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWK) gefördert wurde, erfolgreich abgeschlossen. Die Projektergebnisse führten auch zu einer Publikation über Umwelteignungskarten für die Wandertierhaltung zur Unterstützung der Planung von Korridoren und der Konfliktprävention in der Sahelzone.

    Hintergrund

    Konflikte zwischen Landwirten und seminomadischen Viehhirten (Wandertierhaltung bzw. Transhumanz) haben in den letzten zwei Jahrzehnten zugenommen und stellen weiterhin eine große Herausforderung in Afrika südlich der Sahara dar. Vor allem in der Sahelzone und in Ostafrika sind Konflikte zwischen Landwirten und Viehhirten im Zusammenhang mit Dürre und Wasserknappheit weit verbreitet. Die Wandertierhaltung findet häufig über verschiedene agrarökologische Regionen und Ländergrenzen hinweg statt, kann sich flexibel und schnell an die großen saisonalen und zwischenjährlichen Schwankungen der natürlichen Ressourcen anpassen und ist somit widerstandsfähig gegen klimatische Ereignisse wie Dürren. Mit der zunehmenden Zahl extremer Wetterereignisse und der zunehmenden Ausdehnung der Anbauflächen konkurrieren lokale Subsistenzbauern und saisonal wandernde Hirten immer mehr um dieselben natürlichen Ressourcen wie Wasser und Weideland. Solche Konflikte haben sowohl an Zahl als auch an Schärfe zugenommen, führen häufig zu gewaltsamen Zusammenstößen und haben die Zwangsvertreibung von Gemeinschaften oder bestimmten Bevölkerungsgruppen zur Folge.

    Ziele

    Das Projekt zielte darauf ab, die wichtigsten Umweltparameter, die die Muster der saisonalen Wanderungsbewegungen (Transhumanz) in einem grenzüberschreitenden Gebiet im Süden der Republik Tschad und im Norden der Zentralafrikanischen Republik beeinflussen, mit Hilfe eines breiten Spektrums von Erdbeobachtungsdaten und Daten aus dem Transhumanz-Tracking-Tool ganzheitlich zu bewerten. Relevante Parameter wie die Verfügbarkeit von Oberflächenwasser und dessen zeitliche Dynamik, die Produktivität von Weideland, die Ausdehnung verschiedener landwirtschaftlicher Systeme, Dürreindikatoren und verbrannte Flächen werden aus EO-Daten abgeleitet. Auf diese Weise können wir die raumzeitliche Dynamik der Wandertierhaltung und die damit verbundenen Risiken von Konflikten und Bevölkerungsverschiebungen analysieren. Durch die Kombination dieser EO-basierten Datensätze mit Daten aus dem "Transhumance Tracking Tool" und Konfliktdaten aus den Armed Conflict Location and Events Data (ACLED) sollte das Projekt ein besseres Verständnis der Muster der Wandertierhaltung und die Identifizierung potenzieller Konfliktgebiete ermöglichen. Dies kann dazu beitragen, effektive, konfliktsensitive Lösungen durch staatliche und zivile Akteure zu planen.

    Ergebnisse

    Verschiedenste Datensätze zu Wasserverfügbarkeit oder auch die Weidelandproduktivität wurde aus Erdbeobachtungsdaten abgeleitet. Letztere ist in Abbildung 1 dargestellt und zeigt deutliche regionale Unterschiede. Ein räumliches Modell wurde auf die Datensätze angewandt, um die raumzeitliche Dynamik der Umwelteignung zu bestimmen, die geeignete Gebiete und Korridore für die Hirten widerspiegelt. Es wurde ein deutlicher Unterschied in der Umwelteignung zwischen den Herkunfts- und Zielgebieten der Hirten in der Trockenzeit festgestellt, was den Hauptgrund für die Wanderungen der Hirten, d. h. die Suche nach Weideflächen und Wasser, belegt.

    Potenzielle Konfliktrisikogebiete konnten identifiziert werden, insbesondere entlang eines landwirtschaftlichen Gürtels, was durch Daten über Konfliktstandorte verifiziert wurde. Zusätzlich wurden theoretisch optimale Routen entlang der höchsten Umwelteignung modelliert (Abbildung 2 die bei der Planung möglicher Korridore mit ausreichend natürlichen Ressourcen helfen können.

    Die Ergebnisse zeigen das Potenzial und die Innovation von EO-abgeleiteten Umweltinformationen zur Unterstützung der Planung von Transhumanzkorridoren und der Konfliktprävention in der Sahelzone. In Zukunft kann eine Kombination aus Echtzeit-Tracking von Hirten und EO-abgeleiteten Informationen zur Entwicklung eines Frühwarnsystems für Konflikte entlang der Transhumanz-Korridore in der Sahelzone führen. Weitere Einzelheiten sind in dieser Publikation zu finden.

    Außerdem wurde eine interaktive Webkarte mit den monatlichen Umwelteignungskarten entwickelt

    Fact sheet (PDF Download)

    Projektpartner

    Remote Sensing Solutions GmbH, International Organization for Migration

    International Organization for Migration

    FÖRDERMITTELGEBER