Räumliche Entscheidungsunterstützung für einen nachhaltigen und effizienten Energiewandel

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News


    Räumliche Entscheidungsunterstützung für einen nachhaltigen und effizienten Energiewandel

    Die Energiewende wird auf europäischer und nationaler Ebene geregelt, was zu Gesetzen und Verordnungen wie dem deutschen EEG oder der französischen LTECV führt. Die Umsetzung des Energiewendeprozesses als Reaktion auf diese Rechtsakte erfolgt auf regionaler Ebene. Die Regionalverwaltungen definieren ihre eigenen Ziele, die an die lokalen Anforderungen und Potenziale angepasst sind. Die Regionalverwaltungen sind sich oft nicht des vollen Potenzials und der Grenzen ihrer räumlichen Einheiten bei der Erzeugung erneuerbarer Energien bewusst. Die Erdbeobachtung (EO) wird daher von Copernicus4Renewables (COP4EE-2) genutzt, um das Potenzial von Flächen für Windkraftanlagen, Photovoltaikanlagen, Fernwärme oder die Produktion von Biomasse zu bestimmen.


    Räumliche Modellierung

    Open Access Copernicus-Daten, insbesondere die hochauflösenden Sentinel-Satellitendaten, ermöglichen eine kontinuierliche Überwachung der Landnutzung, des Anbaus von Kulturpflanzen und der Nutzung von Dauergrünland. Durch die Kombination dieser Daten mit digitalen Höhenmodellen, Klimadaten und anderen vorhandenen räumlichen Informationen (z.B. Bodendaten, Natura 2000-Gebiete, andere Schutzgebiete, Standorte von Kraftwerken usw.) in einem räumlichen Modell kann die am besten geeignete erneuerbare Energiequelle für ein Gebiet ermittelt werden. Regional angepasste Szenarien können berechnet werden, um regional definierte Energieumwandlungsziele zu erreichen. Mit dieser weltraumgestützten Lösung ist es erstmals möglich, dem Sektor der erneuerbaren Energien, einem Schlüsselsektor, der sich im Pariser Abkommen widerspiegelt, eine evidenzbasierte räumliche Entscheidungshilfe zu bieten.

    Erleichterung der Entscheidungsfindung

    Der einzigartige Charakter dieser raumgestützten Lösung besteht darin, dass sie ökologische und ökonomische Aspekte der erneuerbaren Energieerzeugung berücksichtigt. So werden beispielsweise Faktoren wie die Entfernung zu Biogasanlagen (hinsichtlich Transportkosten und Treibhausgasemissionen) und pollinatorfreundliche Kulturkreisläufe bei der Bewertung des Potenzials für die Bioenergiepflanzenproduktion berücksichtigt. Das Raummodell ist ein innovatives Planungsinstrument für regionale Entscheidungsträger und Behörden. Somit kann der Energiewandel als direkte Reaktion auf den lokalen Energiebedarf, an Standorten mit dem effizientesten Energieertrag und auf ökologisch nachhaltige Weise geplant werden. Die Raumplanung des Energiewandels ist somit unter Wahrung der regionalen Vielfalt der Landschaft mit direktem Nutzen für die Bürger möglich.

    RSS VERANTWORTLICHKEITEN

    • Kartierung von Fruchtarten
    • Überwachung der Nutzungsintensität von Grünland
    • Entwicklung eines räumlichen Modells zur Bestimmung des Potenzials von Flächen für die Produktion von Biomasse
    • Beitrag zum System zur Unterstützung der räumlichen Entscheidung

    Anwendungspotential

    Der Energiewandel ist eine große Herausforderung für die Europäische Union. Die territoriale Umsetzung hat immer mehr Einfluss auf die regionale Entwicklung. Der COP4EE-Ansatz hat sich bisher in der Region Trier und Bitburg-Prüm in Deutschland etabliert, aber mit den voll funktionsfähigen Sentinels und der modernen IT-Infrastruktur für die große Datenverarbeitung ist es möglich, den Ansatz auf das EU-Gebiet zu erweitern. Das Kopernikus-Programm mit seiner langfristigen Bereitstellung kostenloser EO-Daten und den kommenden Kopernikus-Daten- und Informationsdiensten (DIAS) ist daher von grundlegender Bedeutung.

    Projektpartner

    DELPHI IMM GmbH, Germany; Forschungsstelle für Energiewirtschaft e.V. (FfE), Germany


    Fördermittelgeber

    COP4EE-2 wird gefördert von dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) durch das DLR